Willkommen auf deiner Reise zu einem positive(re)n Körperbild

Life is more than looks.-3

Ein positives Körperbild bedeutet, dass wir uns so annehmen, wie wir sind: In absoluter Einzigartigkeit und mit allen kleinen und größeren Imperfektionen. Es bedeutet, dass wir Schönheit nicht auf gesellschaftlich konstruierte Idealbilder reduzieren. Stattdessen betrachten wir sie als divers und vielschichtig – als etwas, das weit über das äußere Erscheinungsbild hinausgeht und vor allen Dingen in den inneren Werten eines (jeden) Menschen verborgen liegt.

Teil eines positiven Körperbildes liegt auch darin wertzuschätzen, zu was unser Körper fähig ist, d.h. was er kann – und das, was unser Körper Tag für Tag leistet, ist grandios!

Unter dem Hashtag #bopo oder #bodypositivity posten viele Social Media Nutzer mittlerweile tagtäglich Bilder von Körpern, die von dem gesellschaftlichen Ideal abweichen und trotzdem in ihrer Einzigartigkeit und Individualität angenommen, wertgeschätzt und geliebt werden.

Was, wenn ich mich nicht (genug) lieben kann?

In den letzten Jahren hat sich „Body Positivity“ (oder kurz: #Bopo) zu einem wahren Trendbegriff entwickelt. Auch wenn die Körper, die wir in den Medien zu sehen bekommen, infolgedessen endlich diverser werden, so ist der Appell „Lieb dich wie du bist“ für viele verständlicherweise ein zu hoch gestecktes Ziel. Ein erster wichtiger Schritt ist es also, dass wir uns Ziele setzen, die wir realistisch erreichen können. Im Folgenden ein paar Anregungen dazu.

Ein guter Startpunkt: Wann fühle ich mich gut und wann schlecht?

  • Grundsätzlich gilt: Tue so viel von dem, was dich glücklich macht, dir gut tut und dich entspannen lässt, wie es geht. Dazu macht es Sinn, dass du dein Bewusstsein dafür stärkst, was und wer dir gut tut. Vielleicht gibt es Situationen, in denen du kaum oder gar nicht über deine Außenwirkung nachdenkst; in denen du einfach DU sein kannst, unbeschwert essen, tanzen und glücklich sein kannst? Das sind absolute Energiebomben, denn sie geben deinem Leben Sinn und Kraft – toll, dass du sie in deinem Leben hast!
  • Mindestens genauso wichtig wie die Frage „was/wer tut mir gut?“ ist die Frage, wann, wo und in welchem Kontext du negative Gefühle und Gedanken über dich selbst und deinen Körper entwickelst. Das ist der schwierigere Part und kann mitunter traurig machen und frustrieren. Trotzdem ist es immens wichtig, zu erkennen, was dir Energie raubt, wenn du glücklich werden möchtest. Wenn du diese Gefühle und Gedanken bewusst wahrnimmst, erkennst du vielleicht Muster (z.B. beim Shoppen/Anprobieren neuer Kleidung, beim Essen von Dingen, die ich für ungesund/dickmachend halte, bei bestimmten Kommentaren von Menschen in meinem Umfeld, etc.). Je mehr du darüber weißt, desto besser. Denn dann kannst du damit beginnen dir Gedanken zu machen, wie du dich künftig davor schützen kannst. Fakt ist, dass niemand das Recht hat, dir ein schlechtes Gefühl über dich selbst zu geben. Du bist einzigartig und du bist wertvoll so wie du bist! Lass dir von NIEMANDEM (auch nicht von der fiesen Stimme in deinem Kopf) etwas anderes einreden!

Eine gute Übung: Ersetze negative Gedanken mit guten

Der Vorteil daran, wenn du deine negativen Gefühle und Gedanken bewusst wahrnimmst, ist, dass du nun auch zielgerichtet mit ihnen umgehen kannst. Vermeiden ist oft nicht möglich, denn es passieren immer wieder Situationen, die uns triggern (selbst wenn du eigentlich sehr mit dir im Reinen bist). Und ändern kannst du ohnehin nur das, was in deiner Kontrolle liegt (Medien und Kommentare von Menschen in deinem Umfeld zum Beispiel nicht). Deshalb brauchen wir einen Mechanismus, der uns hilft, die Situation auszugleichen, bevor sie zu viel Schaden anrichtet und uns in eine Spirale des Unglücklichseins hinabzieht.

Eine hilfreiche Übung ist, einen negativen Gedanken über dich selbst mit jeweils zwei positiven Gedanken auszugleichen. Das können beispielsweise Dinge sein, die du an dir magst und wertschätzt, Dinge/Lebewesen, für die du dankbar bist, oder glückliche Erinnerungen. Du kannst auch überlegen, wie es war, als du einem anderen Menschen geholfen hast. Vielleicht hast du ja sogar ein Glas mit Glücksmomenten zuhause stehen (Bastelanleitung folgt und wird verlinkt), aus dem du in diesem Moment ein Zettelchen ziehen könntest. Aber da wir das Glas nicht immer bei uns haben, ist unser Kopf in diesem Moment die „Machtzentrale“. Richtig eingesetzt, ist sie goldwert! Denn ein Kopf, der dir jahrelang mit viel Überzeugungskraft eingetrichtert hat, dass irgendetwas mit dir nicht stimmt, ist sehr wohl in der Lage, dich davon zu überzeugen, dass alles okay ist. Vertrau dir!

Ich bin mehr (wert) als mein Aussehen.

In der Forschung setzen viele auf das Prinzip der „Body Functionality“. Dabei geht es vor allem um die Frage, was mein Körper kann. Ziel ist es, dem Können des eigenen Körpers eine höhere Wichtigkeit beizumessen als der Optik. In anderen Worten: Ich bin mehr (wert) als mein Aussehen. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist es schon großartig, was wir alles können und was unser Körper Tag für Tag leistet. Sich dem mit Dankbarkeit zu widmen, hat sich als effektive Übung zur Behandlung eines negativen Körperbildes und zum Aufbau eines positiven Körperbildes erwiesen.

Auch hierzu einige Anregungen:

  • Ich bin dankbar für meine Arme, denn sie können Menschen, die ich mag, umarmen.
  • Für Mütter: Ich bin dankbar für meinen Bauch, denn er hat meinem Kind/meinen Kindern ein geborgenes Zuhause geschenkt.
  • Ich bin dankbar für meinen Bauch, denn er ist weich und gemütlich und schafft Geborgenheit.
  • Ich bin dankbar für meine Beine, da sie mich Tag für Tag durchs Leben tragen.
  • Ich bin dankbar für meine Falten, denn sie erinnern mich an die Jahre, die ich nun schon leben darf und an all das, was ich erlebt und gemeistert habe.

Du kannst diese Gedanken routinemäßig wie eine kleine Meditation in deinen Tagesablauf einbetten (z.B. vor dem Schlafengehen) oder einsetzen, wann immer sie dir gut tun.

Abschließender Tipp

Finde in Ruhe heraus, was DIR gut tut und für DICH das Richtige ist. Nimm dir Zeit und sei geduldig mit dir. Es wird immer wieder dazu kommen, dass du das Gefühl hast, Rückschritte zu machen. Alles das ist Teil deiner „Reise“. Versuche so gut es geht mit dir selbst umzugehen wie ein Freund/eine Freundin und nicht wie ein Feind. Dann bist du nie allein und wirst immer wissen, dass du geliebt bist, so wie du bist und dass die Reise selbst vielleicht schon eine Art von Ankunft in sich birgt.