Das Prinzip der Körperfunktionalität
Seit einigen Jahren wird die Körperfunktionalität (engl. body functionality) als effektives Mittel zur Förderung eines gesunden Körperbildes herausgestellt. Vorangetrieben wurde diese Methode vor allen Dingen von Wissenschaftlerin Dr. Jessica Alleva, die zur Zeit an der Universität Maastricht forscht und lehrt.
Bei der Körperfunktionalität geht es darum, dem Können mehr Wichtigkeit zuzuschreiben als reinen Äußerlichkeiten und dadurch ein wertschätzendes Verhältnis zum Körper aufzubauen. Indem wir immer wieder bewusst in uns hineinfühlen, können wir zudem unser Körpergefühl stärken.
Kinder können dadurch lernen, dass jeder Körper einzigartig und wertvoll ist. Selbst wenn jemand im Wettbewerb nicht auf Platz 1 landet, verdient seine Leistung Respekt und Anerkennung.

Und sind wir mal ehrlich, unser Körper ist schon ein wahres Wunderwerk, oder? Es ist nämlich immer wieder faszinierend zu entdecken, was wir alles können, ganz egal, wie wir aussehen.
Körperfunktionalität im Alltag fördern
Reflektieren, was der Körper leistet
Wir können Kindern dabei helfen, auf das Können und die Bedürfnisse ihres Körpers zu achten, indem wir sie immer wieder ermutigen, in sich hinein zu fühlen und wertzuschätzen, was einzelne Körperteile leisten. Gerade Bereiche des Körpers, die das Kind vielleicht kritisch wahrnehmen könnte, können dabei als wichtig und nützlich hervorgehoben werden. Das Kind lernt entsprechend: Alles ist ein Teil von mir und es muss nicht perfekt aussehen, um eine wichtige Rolle in meinem Leben zu spielen.
Nutze im Alltag gerne immer wieder die Gelegenheit, das Kind zu fragen, was es gerade besonders gerne macht und was es an sich (und seinem Körper) mag. Herauszufinden, welche Art von Bewegung dem Kind Spaß macht, ist eine großartige Möglichkeit, um Freude an Bewegung (ohne Druck und Wettbewerbsgedanken) zu fördern.
Übrigens tut es auch Erwachsenen gut, sich immer wieder darauf besinnen, was ihr Körper Tag für Tag leistet. Selbst wenn wir vielleicht das Gefühl haben, faul gewesen und/oder nicht unseren Ansprüchen gerecht geworden zu sein, ist das nämlich eine ganze Menge und kann uns helfen, unsere „Leistung“ in Perspektive zu setzen. Wertschätzung verdient nämlich jeder Körper und das jeden Tag. Weitere Tipps für Erwachsene findest du hier.
Den Körper wertschätzen
Das Prinzip der Körperfunktionalität kann wunderbar in eine kleine Meditation eingebettet werden. In dieser kannst du gemeinsam mit dem Kind den Körper von den Haarspitzen bis zu Zehen (oder umgekehrt) in Gedanken „entlangwandern“ und überlegen, warum ihr für diese Körperteile dankbar seid. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das nachfolgende Beispiel dürft ihr aber gerne als Inspiration nutzen:

Den Entspannungsfaktor dieser Übung könnt ihr noch steigern, wenn ihr die jeweiligen Körperteile zunächst an- und schließlich entspannt, wie bei einer progressiven Muskelentspannung. Bitte das Kind am Ende der Meditation, sich selbst zu umarmen und sich etwas Schönes zu sagen, z.B. Ich bin wertvoll und geliebt. Starke Glaubenssätze wie diesen könnt ihr beispielsweise auf Affirmationskarten finden, die ihr bei dieser Übung natürlich ebenfalls sehr gut einsetzen könnt.
